OffiziellArkane Lyon
Marvel’s Blade: Microsoft gibt Arkane Lyon einen Monat mehr Zeit
Das Dishonored-Studio Arkane Lyon bekommt eine Galgenfrist: Microsoft hat die Suche nach einem Käufer oder Partner um einen Monat verlängert. Im Mittelpunkt steht Marvel’s Blade, für dessen Fertigstellung Microsoft jetzt Unterstützung sucht. Für mehr als 200 Beschäftigte geht das Bangen weiter.
Microsoft hat Arkane Lyon mehr Zeit verschafft. Ein Sprecher bestätigte gegenüber PC Gamer, man habe die Konsultationsphase „um einen weiteren Monat verlängert“. In dieser Zeit will Microsoft verschiedene Möglichkeiten prüfen, darunter einen Partner, der das Studio bei der restlichen Entwicklungsarbeit unterstützt.
Was bisher geschah
Microsoft hatte in diesem Jahr im Zuge eines großen Umbaus bei Xbox angekündigt, sich von mehreren Studios zu trennen. Für Arkane Lyon begann damit ein Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmervertretung. Nach französischem Recht, dem sogenannten Florange-Gesetz, müssen große Unternehmen einen Käufer suchen, bevor sie einen Standort schließen dürfen.
Laut der französischen Zeitung Le Monde lief diese Frist bis zum 13. November. Mit der Verlängerung verschiebt sie sich auf Mitte Dezember. Auf dem Spiel stehen laut Le Monde 217 Arbeitsplätze.
Marvel’s Blade im Mittelpunkt
Arkane Lyon hatte Marvel’s Blade im Dezember 2023 bei den Game Awards angekündigt. Seitdem hat das Studio kaum etwas gezeigt, nur einige Konzeptzeichnungen, auf denen Blade in Paris gegen Vampire kämpft.
Berichten zufolge war eine neue Präsentation für Anfang 2027 geplant, der Release für Ende 2027. Bestätigt ist beides nicht. Microsoft spricht von noch ausstehender Entwicklungsarbeit, wie weit das Spiel ist, verrät der Konzern nicht.
Bloomberg-Reporter rechnet mit Rettung
Bloomberg-Reporter Jason Schreier hält eine Schließung für unwahrscheinlich. Nach seinen Informationen werden mehrere Wege geprüft, das Studio zu retten.
Sein Argument: Ein Studio zu schließen ist teuer, in Frankreich wegen der langen gesetzlichen Abfindungsfristen sogar besonders teuer. Diese Kosten wolle Xbox vermeiden.
Gewerkschaft droht mit Klage
Sollte die Rettung scheitern, fordert die Gewerkschaft bei Arkane Lyon, dass Microsoft die Betroffenen innerhalb der Xbox Game Studios weiterbeschäftigt. Andernfalls will sie vor Gericht ziehen. Ein Vertreter sagte IGN, die Chancen auf einen neuen Job in der Spielebranche seien derzeit äußerst gering.
Ein schweres Jahr für Arkane
Arkane Lyon steht für Spiele wie Dishonored und Deathloop. Das Schwesterstudio Arkane Austin, das zuletzt Redfall entwickelt hatte, hat Microsoft bereits 2024 geschlossen.
Die Nachricht kommt wenige Tage, nachdem EA das Rollenspiel-Studio BioWare geschlossen hat. Die nächste Entscheidung über Arkane Lyon und Marvel’s Blade wird Mitte Dezember erwartet.
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