Speicherkrise
Grafikkarten im Oktober 15 Prozent teurer – und ein Ende ist nicht in Sicht
Wer seinen PC aufrüsten will, zahlt so viel wie nie: Grafikkarten sind von September auf Oktober im Schnitt um 15,6 Prozent teurer geworden, eine RTX 5090 kostet inzwischen fast 6.800 Euro. Auch Arbeitsspeicher und SSDs legen weiter zu. Schuld ist der KI-Boom, und Marktforscher erwarten keine schnelle Entspannung.
Die Speicherkrise hat im Oktober noch einmal kräftig zugelegt. Das zeigt der monatliche Preisindex der Hardware-Seite 3DCenter, der die günstigsten lieferbaren Angebote im deutschen Handel auswertet. Stichtag war der 17. Oktober.
Grafikkarten: plus 15,6 Prozent in einem Monat
Am stärksten trifft es aktuell Grafikkarten. Im Schnitt sind sie von September auf Oktober um 15,6 Prozent teurer geworden. Damit kosten sie das 1,65-Fache dessen, was vor Beginn der Speicherkrise fällig war.
So viel kosten beliebte Modelle laut 3DCenter mindestens (Veränderung zum Vormonat):
• GeForce RTX 5050: 350 Euro (+14 %)
• GeForce RTX 5060: 449 Euro (+13 %)
• Radeon RX 9060 XT mit 8 GB: 499 Euro (+28 %)
• Radeon RX 9060 XT mit 16 GB: 550 Euro (+14 %)
• Radeon RX 9070 XT: 835 Euro (+11 %)
Die RTX 5070 lag laut PC Games Hardware am 17. Oktober bei mindestens 834 Euro. Am extremsten ist die RTX 5090: Sie hat sich innerhalb eines Monats um 29 Prozent auf 6.790 Euro verteuert.
RAM und SSDs: weiter teurer, aber langsamer
Beim DDR5-Arbeitsspeicher fällt der Anstieg diesmal mit durchschnittlich 2,7 Prozent kleiner aus. Das hilft allerdings wenig, denn das Preisniveau ist ohnehin extrem: DDR5 kostet inzwischen das 5,6-Fache wie vor der Krise. Ein einzelnes Modul mit 16 GB DDR5-5600 lag im Juli 2025 noch bei 39 Euro, jetzt sind es 236 Euro.
Interne SSDs sind im Schnitt um 9,6 Prozent teurer geworden und kosten das 2,5-Fache des Vorkrisenniveaus. Eine 1-TB-SSD mit PCIe 4.0 und DRAM-Cache kostet laut 3DCenter mindestens 191 Euro, 22 Prozent mehr als im September.
Schuld ist der KI-Boom
Der Grund für die Preisexplosion liegt bei den Speicherherstellern. Laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce nutzen sie ihre modernsten Fertigungskapazitäten bevorzugt für Speicher in KI-Servern. Für PCs, Notebooks und Grafikkarten bleibt entsprechend weniger übrig.
Bei Grafikspeicher ist die Lage besonders angespannt: Die Hersteller fahren die Produktion von GDDR6 zurück und steigen nach und nach aus. Die Menge an GDDR7 bleibt begrenzt, weil dieser Speicher vor allem in KI-Chips fließt. TrendForce erwartet deshalb weiter steigende Preise für Grafikspeicher.
Prognose: Auch 2027 wird es nicht besser
Für das vierte Quartal rechnet TrendForce bei herkömmlichem DRAM mit 10 bis 15 Prozent höheren Vertragspreisen als im Vorquartal, bei NAND-Flash für SSDs mit 15 bis 20 Prozent. Das Tempo der Preissteigerungen soll sich zwar etwas abschwächen. Für 2027 warnt TrendForce aber, dass noch weniger PC-Speicher verfügbar sein könnte, weil weitere Kapazitäten in Server wandern.
Wichtig: Vertragspreise sind die Preise zwischen Chipherstellern und Großabnehmern, nicht die Preise im Laden. Wie stark und wie schnell sie im Handel ankommen, lässt sich daraus nicht genau ablesen.
Was Aufrüster jetzt tun können
Ein Patentrezept gibt es nicht, aber ein paar Dinge helfen:
• Ehrlich prüfen, ob das Upgrade jetzt nötig ist. Wer mit seiner aktuellen Hardware noch gut spielen kann, verliert durch Warten wenig.
• Bei SSDs den Preis pro Terabyte vergleichen. Größere Modelle sind pro Terabyte oft günstiger.
• Bei „ab“-Preisen im Preisvergleich auf die Lieferbarkeit achten. Das billigste Angebot ist nicht immer sofort lieferbar.
• Preisalarme im Preisvergleich setzen, statt täglich selbst nachzusehen.
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